Archiv nach Kategorie "Gedankenschieberei"

Bewölkt

Veröffentlicht in Gedankenschieberei mit Tags , , am Montag, November 16, 2009 von Atanua

No one’s heard a single word I’ve said
They don’t sound as good outside my head
It looks as though the past is here to stay
I’ve become a million miles a…

Das Wochenende war toll. War die ganze Zeit bei E. und hatte viel Spass. Ich war sogar das erste Mal in meinem Leben an einer schwarzen Veranstaltung. Ich fühlte mich das erste Mal seit langer Zeit wieder wie das fünfte Rad am Wagen. Fünf Menschen und zu laute Musik, das ist halt schwer. Wäre da nur nicht die Wolke die irgendwo aus einer dunklen Ecke heraus gekrochen kam und sich über meinem Kopf platzierte. Eine Wolke die mir ins Ohr flüsterte, dass ich in einem Monat 22 werde. 22 und weit davon entfernt irgendwas erreicht zu haben.  Wie die da neben mir. Momentan unterbreche ich mein Studium. Grandios. Nein, ich habe es immer noch nicht geschafft einen Freund zu finden. Nein, ich bin niemanden näher gekommen als eine Umarmung. Es hilft auch nicht gerade, fest zu stellen, dass man auch Frauen mag. Zugegeben die sind so selten, dass es keinen Sinn macht nach einer Frau Ausschau zu halten. Aber wieder etwas, dass nicht „normal“ ist. Mit jedem Tag wird die Angst ein bisschen grösser, und manchmal erliege ich der Illusion, dass man mir das alles ansieht.

Es hilft nicht, dass ich aufwache , mich an mein Kissen kuschle, in der Gewohnheit es sei Buebi und dann feststelle, dass es eben nur das Kissen ist.  Es hilft nicht, dass ich heute nicht ins Ballett kann. Ins Yoga aber. Mit E. Es hilft nicht wenn man unterschwellig eifersüchtig auf Freunde ist. Es bringt mich nur dazu mich etwas mehr als sonst schon zu hassen.

Entscheidungen

Veröffentlicht in Gedankenschieberei mit Tags , , am Samstag, September 5, 2009 von Atanua

Wieso tue ich mich damit so schwer. Ich wünschte es wäre endlich Dienstag zwölf Uhr…

wenn der weg das ziel ist, und das leben nur ein spiel ist,
wie erkenn ich dann den punkt an dem mir das zuviel ist?
wenn die luft steht und unter druck steht, sich der raum dreht,
oder ist das schon zu spät?
woher kommt die kraft, die es schafft, dass
man am rausch des lebens zieht
und nicht pafft?
und überhaupt, wer sich nichts traut, der verstaubt
beraubt sich aller dinge die er glaubt, und vertraut sich nicht
doch mein mut liegt gefesselt und geknebelt in der ecke
ausgeknockt von meiner sucht nach harmonie die das geregelt hat
mir den blick vernebelt hat,

Der schmale Grat

Veröffentlicht in Gedankenschieberei, Leben, Musik mit Tags , , , , , , , am Montag, August 31, 2009 von Atanua

Wirklich, langsam weiss ich nicht so recht, wie ich damit umgehen soll. Da ist eine Seite die gnaz laut schreit ich soll gefälligst mein Arsch hocbekommen und durch lernen. Ich könne doch nicht zwei Jahre einfach so hinschmeissen. Das jeder Studienabbrecher ein Versager sei. Ein Teil von mir ist aber überzeugt, dass es richtig ist. Langsam wird das ein bisschen schizophren hier. Was mich am meistens quält ist aber die Frage, was ich denn jetzt mache. Man sollte schliesslich mehr als ein Pferdchen im Stall haben.

Da hätten wir zumindest :

  • BA  in Vermittlung Kunst und Design
  • BA in Restauration/ Konservierung

Letzteres ist aber kein kreativer Beruf, und die Diplomarbeiten sehen wie Chemiearbeiten aus. Verständlich, man sollte schon noch wissen, was man da benützt um ein Unikat zu restaurieren. Mich macht diese innerliche Zerissenheit fertig. Ich befürchte irgendwo den grössen Fehler meines Lebens zu begehen, aber wie gesagt wahrscheinlich ist es nur meine Unsicherheit. Am besten lerne ich jetzt einfach weiter. Vielleicht schaffe ich es ja, und kann mir so das Türchen offen lassen. Aber trotzdem direkt weiter studieren, nein…

Ansonsten: Take it like a man…

Abzesse

Veröffentlicht in Gedankenschieberei, Leben mit Tags , , am Samstag, August 29, 2009 von Atanua

Sind meistens eine längere und schmerzhafte Angelegenheit. Manchmal platzen sie dann auch. So wie eben.

…hat aber auch gedauert…

(Telefongespräch mit meiner Mutter)

Egal, ob bestanden oder durchgefallen im September bin ich nicht an der Uni zu finden. Ich werde mich neu orientieren müssen. Denn wenn der Gedanke das Biologiestudium abbrechen zu müssen einem beruhigt, ist es wohl nicht das Richtige. Auch wenn ein Teil von mir es nicht wahr haben will, wieso auch immer.

Zumindest bekomme ich zukünftig bei Wörtern wie Kunst, Malerei, Grafik, Zeichnen keine Magenschmerzen und Gewissensbisse mehr. Wohin es geht? Keine Ahnung. Wie gesagt neu orientieren. Die Richtung steht aber fest: Nichts Naturwissenschaftliches, solche Fächer höchstens als Überschneidungen.  Etwas mehr mit den Händen arbeiten. Wenn dafür eine Vorkurs oder Praktikum nötig ist. Schön.

Zusätzlich lernen mal an mich selbst zu glauben. Nicht immer Angst zu haben. Ein bisschen Ballast los werden. Mit professioneller Hilfe dann halt. Anscheinend schaffe ich es nicht alleine, und aus falschem Stolz zu warten bis es zu spät ist? Nein.

Ich muss feststellen, dass mir neben dem Studium schlicht die Zeit fürs Zeichnen fehlen wird. Ein paar Kritzeleien hier und da, mehr aber liegt nicht drin. Stimmt mich irgendwie traurig. Ob ich es wohl mal richtig bereue?

Aus Pathways 5.11.2007

Mut

Veröffentlicht in Gedankenschieberei, Leben mit Tags , , , , , , , am Donnerstag, August 27, 2009 von Atanua

Irgendwann mach ich den auch noch fertig…

Manchmal tut es gut, wenn man sich einfach gehen lässt und sich ausheult. Am besten wenn jemand da ist, der einem tröstet. Nicht alleine auf dem Klo mit einer Katze, die auch bald sterben wird. Mit einem leeren Magen, weil ich mich momentan zwingen muss irgendwas zu essen. Nicht mit einem Knoten im Gehirn, weil man jetzt schon wieder die Epistasis vergessen hat. Übrigens der Auslöser für die Tränen. Weil ich es nicht kann. Nicht sofort, nicht perfekt.

Nur eines war seltsam, es war wieder der gleiche Gefühl wie letztes Jahr als ich noch nicht alle Noten hatte, und ebenfalls Angst hatte durch zu fallen. Ein Teil von mir wünscht sich nämlich genau das. Durchzufallen, damit ich was anderes machen kann. Etwas was mir wirklich liegt. Ich habe mich in der neunten Klasse nicht getraut mich für diesen Kurs an einem Gymnasium anzumelden. Als Vorkurs für das Schwerpunktfach Bildernisches Gestalten. Als ich dann mein Schwerpunktfach wählte sass ich lange alleine in meinem Zimmer vor dem Zettel und starrte das Kästchen „Bildnerisches Gestalten“ an. Angekreut wurde „Biologie & Chemie“. Wieso? Weil ich mich nicht getraut habe und zudem meine Mutter meinte in dem Feld fände ich ja nie eine Stelle. In Wahrheit hat sie mir nicht wirklich zu getraut, nicht aus Bosheit, sondern weil meine Mutter immer das Gefühl hat ich wäre noch die kleine schwache Frühgeburt von 900 Gramm die es zu schützen gilt.

Auch als Ergänzungsfach habe ich es nicht gewählt, weil ich Angst hatte. Weil ich nicht zu den Leuten gehöre, die sagen „ich kann das.“ „ist meine Zeichnung nicht gut?“ Nein, ich gehöre zu denen die sich nichts zu trauen, und ihre Zeichnungen niemanden zeigen wollen, denn sie sind immer schlecht. Sind schliesslich von mir. Meine Maturaarbeit habe ich im Gestalten gemacht, ich bekam eine Fünf (in der Schweiz = gut) und heulte trotzdem. Gut, ist der kleine Bruder von scheisse.

The Cure auf voller Lautstärke, Terpentin dass in den Lungen brennt. Der schönste, einsamste Sommer meines Lebens.

Vielleicht das letzte Warnzeichen, dass ich es endlich wagen soll, kam kurz vor Abgabe der  Maturaarbeit. Mein Zeichnungslehrer fragte mich ob ich mich schon für die Prüfung für den Vorkurs angemeldet hätte. Die Stellvertreterin ein paar Wochen später fragte mich, was ich nach dem Vorkurs machen will. Beiden erklärte ich, dass ich nichts in der Richtung machen will, es wäre nicht so mein Ding. Sich selber zu verleugnen fühlt sich ekelhaft an. Glaubwürdig war es wohl auch nicht, denn beide reagierten ziemlich irritiert. Als sich mein Lehrer dann umdrehte und zu seinem Pult ging wurde mir kalt, und ich fühlte mich schrecklich verloren. Irgendetwas in mir wusste, dass mich irgendwann daran erinnern würde, mich nicht getraut zu haben. Jetzt ist dieser Moment da.

Mut hätte es gebraucht, damit ich meinen kleinen Traum Zeichnungslehrerin zu werden, hätte verwirklichen können. Nur Mut. Soviel Mut.

Und wenn ich jetzt durchfalle, mich dort anmelden würde und durch die Aufnahmeprüfung rasseln würde? Was dann?

Dann wäre ich ein Totalversager.

Davor hab ich Angst.

Noch da

Veröffentlicht in Gedankenschieberei, Leben mit Tags , , , am Samstag, August 15, 2009 von Atanua

2004

Du bist immer noch hier. Wenn ich nach Hause komme warte ich bis ihr Zwei mich begrüsst, aber nur Buebi erscheint. Setze  ich mich auf das Bett, horche ich unbewusst nach dem Getrippel deiner Schritte und dem leisen Miau bevor du aufs Bett springst. Nichts. Ich sehe dich an meinen Beinen vorbei huschen, aber entweder spielt mir mein Verstand einen Streich oder es war Buebi. Erst jetzt werde ich wirklich traurig, und merke wie sehr du fehlst. Es wird noch eine Weile dauern bis du wirklich weg bist, bis dahin wird mir das Schicksal noch ein paar Einnerungsfetzen vor die Füsse werfen. So wie heute morgen als ich aufwachte, und einer einer deiner Haarknäuel, der weiss Gott woher kam, auf mein Kopfkissen schwebte. Ein letzter Gruss.

Wo du jetzt bist weiss ich nicht, dein Körper zumindest, steckt in einer der Tiefkühltruhen (ich hoffe die haben nie einen Stromausfall im Sommer) beim Tierarzt und wartet darauf kremiert zu werden. Dein System kam vorgestern zum Erliegen, nur damit du in ein anders übergehen kannst. Auf eine seltsame Art wirst du tatsächlich immer da sein, schliesslich geht nichts aus einem System verloren. Die Chance dass eines deiner Atome meinen Weg kreuzt ist eher klein, aber du wirst da sein. Ein Teil in der Erde, der Rest in der Luft. Ich werde an dich denken wenn ich in den Himmel schaue.

C’est quand le bonheur?

Veröffentlicht in Gedankenschieberei, Leben mit Tags , , , , , , am Sonntag, August 9, 2009 von Atanua

Es ist schon lange her, da sass ich als kleines Mädchen neben meiner heulenden Mutter. Grund war wieder einmal mein Vater. Ich sagte ihr, dass es hoffnungslos ist. Er wird sich nie ändern.

Es ist etwas mehr als ein Jahr her, da sah ich meinen Vater das erste Mal seit ein paar Jahren. In mir die klitzekleine Hoffnung, dass er doch ein bisschen zur Vernunft gekommen ist.  Er nicht mehr der Mann ist, dem es scheinbar Freunde bereitet meine Mutter in den Wahnsinn zu treiben und von dem meine frühste Erinnerung der umgeworfene Christbaum ist. Der zerbrochene goldene Stern. Nicht zu vergessen das Geschrei. Französisch.

…Merde…

Es ist etwa sieben Stunden her, als ich dieser kleiner Hoffnung den Hals umdrehte in einer Pizzaria in Bern. Irgendwer sagte einmal, dass sich Menschen kaum ändern, sie werden nur älter. Recht hatte er. Blüht mir das gleiche Schicksal? Mein Vater verwandelte sich plötzlich in eine Schachfigur, die es zu schlagen galt. Da war nichts mehr. Er war mir egal. Nicht egal, war mir der Grund für den Streit. Leider liess sich das Problem nicht lösen und es endete mit Tränen, mit Geschrei (auf Französisch) und einem zerbrochenen Glas.

…De l’air, de l’air! J’étouffe ici!

Ich werde nicht vergessen was er alles getan hat. Zurück schauen werde ich nicht mehr, denn es wird nichts ändern. Ein Gefühl blieb dennoch in mir. Wut darüber von diesem Menschen abhängig zu sein. Seit Jahren wünsche ich mir nichts sehnlicher, als das Kapitel Familie endlich abschliessen zu können. Nichts wird schöner sein, als mein erstes Gehalt, denn dann werde ich endlich frei sein. Frei. Glücklich?