Da ich gestern schon gegen sechs Uhr einschlief, war ich gegen zwei Uhr morgens auch wieder hellwach und beschloss mir einige Filme anzusehen anstatt die Decke anzustarren. Ich gehe äusserst seltens ins Kino oder kaufe mir DVDs, da ich meistens eher knapp bei Kasse bin. Zum Glück gibt es aber Seiten wie 66stage.com, wo viele Filme in teilweiser beachtlicher Qualität hochgeladen werden und als Stream zur Verfügung stehen. Eine Seite mit weiteren Links zu anderen solchen Seiten ist start2enjoy.com . Wie es rechtlich aussieht weiss ich nicht, allerdings lädt man die Filme ja nicht runter. Ich habe bei den jeweiligen Filme hingeschrieben, wo man sie genau findet. Manchmal ist es nämlich eine ziemliche Sucherei.
Edit: Alle der folgenden Filme sind auch bei peekvid.com ansehbar, was für Schweizer legal ist. Da Peekvid ebenfalls nur eine Linksammlung ist, nehme ich an, dass die oben erwähnten Seiten für mich auch legal sind. Jep, ich liebe mein Land!
Ach ja, hier wimmelt es von Spoilern, also aufgepasst
Enchanted
www.66stage.com > Tudou
Ich bin mit den grossäugigen, ständig singenden Prinzessinen von Disney aufgewachsen, weswegen ich mir „Enchanted“ unbedingt ansehen musste. Meine Lieblingsprinzessin ist eigentlich sowieso ein Bauernmädchen, nämlich Belle aus „Die Schöne und das Biest“. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich das Biest überhaupt nicht hässlich fand, sondern aussergewöhnlich schön. Ja, ich fand das Biest ehrlich gesagt schöner als den Prinzen…
Die Prinzessin Giselle lebt in einem kleinen Häuschen im Wald von Andalasien, singt den ganzen Tag über und bastelt gemeinsam mit ihren Tieren einen Traumprinzen aus Alltagsgegenständen. Sehnsüchtig wartet sie ansonsten auf ihren Prinzen und auf den „True love’s kiss“, denn sie auch bald bekommt. Allerdings hat die Stiefmutter des Prinzen Edward keine Lust ihre Krone herzugeben und befördert sie vor der Hochzeit durch einen magischen Brunnen direkt in an den Times Square. Völlig verzweifelt landet sie schliesslich in den Armen des Scheidungsanwalts Robert, dessen Leben sie danach gehörig auf den Kopf stellt. Prinz Edward landet auch bald in New York und macht sich auf die Suche nach seiner Angebeteten während die böse Königin ihren Gehilfen mit dem Mord an Giselle beauftragt. Natürlich mithilfe vergifteter Äpfel. Es folgt eine Geschichte mit einigem an Gesang , während der überrealistische Robert ( der seiner sechsjährigen Tochter tatsächlich ein Buch über weltberühmte Frauen wie Marie Curie zum Geburtstag schenkt!) lernen muss, dass es doch noch Wunder gibt. Schlussendlich gibt es dann doch auch ein Happy End, auch wenn anders als geplant.

„Enchanted“ ist nur teilweise eine Parodie auf die Disneyprinzessinen, weil er dafür doch zu kitschig ist. Die Story ist ziemlich vorhersehbar und hätte mich wohl schnell gelangweilt, wäre Amy Adams als Giselle nicht so überzeugend. Ansonsten hätte ich mir gewünscht, dass die böse Königin eine grössere Rolle bekommen hätte. Sie ist so herrlich egozentrisch und klopft einige der besten Sprüche im ganzen Film. Die Animationen lassen sich durchwegs sehen und ich kann den Film allen empfehlen, die keine Kitsch- oder Gesangsallergie haben.
Elizabeth – the golden Age
66stage.com > Veoh
Im Gegensatz zu vielen Filmfortsetzungen ist „Elizabeth – the golden Age“ kein müder Abklatsch und kann ohne Kenntnisse des Vorgängers genossen werden. Es zeigt die immer noch ledige Elizabeth im 26. Jahr ihrer Herrschaft. König Philip II von Spanien, hat es sich zum Ziel gesetzt die ganze Welt zum Katholizismus zu führen. Elizabeths England ist aber protestantisch und katholisch, so dass England das erste Ziel seines Krieges ist.
An Elizabeths Hof taucht der Entdecker Walter Raleigh auf, der sich in Elizabeth verliebt. Allerdings lässt sich sich nicht darauf ein, da sein Stand so etwas nicht zulässt. Um ihn dennoch warm zu halten beauftragt sie ihre engste Vertraute, Hofdame Elizabeth, kurz Bess genannt, sich um Raleigh zu kümmern. Schön fand ich wie die Nähe zwischen den beiden Elizabeths anhand der Kostüme dargestellt wurde. Beide tragen immer die gleichen Farben, Bess allerdings immer in der pastellfarbene Variante. Dummerweise verlieben sich Bess und Raleigh und erwarten bald ein gemeinsames Kind, weswegen die beiden ohne Erlaubnis der Königin heiraten. Abgesehen von diesem Frevel ist Elizabeth natürlich auch eifersüchtig auf die beiden, wobei unklar ist wessen „Verlust“ sie mehr verletzt. Die Beziehung zwischen Bess und Elizabeth wird in diesem Film wirklich sehr innig dargestellt, zu innig? Sie verbannt Bess jedenfalls vom Hof und Raleigh landet im Gefängnis.

Ansonsten entkommt sie noch einem Mordversuch, geplant von ihrer katholischen Halbschwester Mary, die zuvor Königin gewesen war. Mary bezahlt dafür in einer beeindruckenden Szene mit ihrem Kopf. Sowieso hat mich Samantha Morton als Mary sehr beeindruckt, der Fanatismus den sie versprühte, war erschreckend echt. Interessant fand ich auch, dass Elizabeth wirklich wie eine „Virgin Queen“ (einer ihrer Übernamen), dargestellt wurde. Natürlich hat sie nie geheiratet, aber es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sie keine Affären hatte. Heiraten hätte höchstwahrscheinlich einen Machtverlust bedeutet, den sie verständlicherweise nicht eingehen wollte. Ach ja, den Krieg gegen Spanien gewinnt sie Wetter bedingt auch noch. Der Film dreht sich mehr um die persönlichen Probleme der Königin als um den Krieg, was mir ganz Recht war. Cate Blanchett spielte Elizabeth wieder mal grossartig, sie scheint wirklich für diese Rolle geboren zu sein.
Wie die meisten historischen Filme nicht ganz korrekt, aber trotzdem meiner Meinung nach sehr sehenswert. Schon wegen der Musik und den Kostümen lohnt es sich.
Sweeney Todd – The Demon Barber of Fleet Street
66stage.com > DivX
Der neue Film von Tim Burton ist die Verfilmung des Broadway Musicals über Sweeney Todd, die fiktive Figur eines rachsüchtigen Barbiers. Dementsprechend viel wird in diesem Film gesungen, nur sehr wenige Passagen werden gesprochen. Sweeney Tood kehrt nach fünfzehn Jahren mit dem Segler Anthony Hope zurück, wo er früher unter den Namen Benjamin Parker lebte. Er hatte damals eine Frau und eine kleine Tochter, die er aber durch eine Intrige des Richters Turpins verloren hatte. Turpin war hinter Benjamins Frau her und sorgte dafür, dass er zu Unrecht verbannt wurde.
Parkers Frau wurde danach von Turpin vergewaltigt und vergiftete sich später. Die Tochter der Parkers, Johanna wurde allerdings von Turpin adoptiert. Das alles erfährt Sweeney von Mrs. Lovett, die ihn noch aus alten Zeiten kennt und unter seiner ehemaligen Wohnung eine Fleischpastetenbäckerei betreibt. Sweeney beschliesst sich an den Aristokraten resp. allen Menschen zu rächen und tötet alle seine Kunden, die Mrs. Lovett anschliessend zu Fleischpastete verarbeitet.

Die am Fenster sitzende Johanna wird von Anthony entdeckt, der sich darauf hin in sie verliebt. Turpin aber sieht Johanna als seinen persönlichen Besitz an und möchte sich mit ihr verheiraten, damit er sie nicht verliert. Da diese sich aber weigert, schickt er sie ins Irrenhaus, damit sie über ihre „Sünde“ nachdenken könne. Anthony versucht daraufhin sie zu befreien, was ihm auch gelingt. Mehr will ich bei diesem Film wirklich nicht verraten, aber er nimmt gegen Ende eine unerwartete, sehr tragische Wendung. Nun noch etwas zu den Schauspielern, die in dem Fall eher Sänger sind. Johnny Depp hat sicherlich nicht die Stimme eines Sängers am Broadway, aber er macht alles durch seine Schauspielerei wett. Wirklich toll, was Depp da abliefert. Helena Bonham Carter, die Frau von Burton, als Mrs. Lovett war am Anfang irgendwie ein bisschen leblos, wurde aber mit der Zeit immer wie besser.
Ein bisschen fehlbesetzt meiner Meinung nach war die Rolle von Turpin mit Alan Rickman. Er wirkte nur minimal beängstigend und von seinen pädophilen Neigungen bekam man praktisch nichts mit. Die allgemeine düstere, psychotische Stimmung des Filmes wurde von Burton perfekt eingefangen, da gibt es wirklich nichts zu meckern. Jedenfalls war Sweeney Todd der Film, der mich von allen drei am meisten begeistert hat. Düster, makaber und so traurig.