Archiv nach Kategorie "Filme"

Cinématte: Ariel & La Terra

Veröffentlicht in Filme mit Tags , , , , , , , , , , , am Sonntag, Februar 1, 2009 von Atanua

Letzten Sonntag und gestern war ich also mit A. in der Cinématte in Bern. Ja richtig gestern, nicht vorgestern. Freitags wäre ich um ein Haare nach Bern gefahren, weil ich dachte es sei schon der 31. Verpeilt oder was?

Das Cinématte liegt in schönen Mattequartier von Bern und hat neben einem Kino eine Bar und ein Restaurant zu bieten. Die Filmauswahl beschränkt sich durchwegs auf Filme, die von den den kommerziellen Spielstätten als nicht gewinnbringend eingestuft wurden. Nicht gewinnbringend heisst nicht immer schlecht, und die hier vorgestellten Filme sind allemal besser als die tausendste Liebeskomödie, die nach ein paar Tagen vergessen ist. Die Filme sättigen länger, wie Vollkornbrot, was ich auch lieber mag ;-)

Normalerweise findet man mich ja eher selten im Kino, da es mit durchschnittlich 16.- doch ein recht teures Vergnügen ist. Studenten an der Uni Bern zu sein, hat aber auch seine Vorteile. Wer schnell genug ist bekommt die zwei Gratisplätze , die für jede Vorstellung angeboten werden. Mehr sage ich dazu nicht, haben A. und ich die Cinématte doch zu unserem neuen Zuhause auserkoren…wir sassen übrigens auf den äusserst bequemen Sofas hinten im Bild.

Ariel

Regie: Aki Kaurismäki

Jahr / Land: 1988 / Finnland

Wir begeben uns nach Finnland, dem Land der Sprache, in der ich nicht einmal „scheisse“ richtig sagen kann, da ich angeblich vorher in die Logopädie müsste. Dort in Lappland wird ein Bergwerk geschlossen und Taisto erbt als Folge dessen eine weissen Cadillac, und macht sich mit kaputten Verdeck auf nach Helsinki. In der Hoffnung auf Arbeit und vielleicht auf ein besseres Leben. Taisto kennt so etwas wie Kriminelle nur vom Hörensagen, er ist grundehrlich und sagt nie etwas, was er nicht auch so meint. In Helsinki wird er erst einmal ausgeraubt und landet später, als er den Dieb zufällig wiedersieht und sich das Geld wieder beschaffen will, im Gefängnis. Vorher verliebt er sich aber noch in die alleinerziehende Mutter Irmeli, die ihm und seinem Zellgenossen Mikkonen zum Ausbruch aus dem Gefägnis hilft. Was als triste Studie über die Verlierer der Gesellschaft begann entwickelt sich nun zu einem schwarzen Krimi, als die drei versuchen sich falsche Pässe zu besorgen.

Finnen gelten als wortkarg und so wird in diesem Film nicht gerade viel geredet, was aber auch völlig unnötig wäre. Kaurismäki zeigt in nüchternen Bildern nicht nur die soziale Tristesse eines Landes, sondern auch den allmählichen Verlust der ursprünglichen Kultur. Das erste was Taisto in Helsinki isst ist ein Hamburger. Was zur Hölle hat ein Cadillac in Lappland verloren?

Ein trauriger, lustiger Film, der jeder einmal gesehen haben sollte. Nicht gerade zu empfehlen wenn man leichte Depressionen hat.

La Terra

Regie: Sergio Rubini

Jahr / Land: 2006 / Italien

Vom dunklen Finnland nun nach in das Stadt Mesagne im tiefsten Süditalien, wo die Sonne unbarmherzig das Land ausdörrt und die Osterfeierlichkeiten der einzige Höhepunkt im Leben ohne Aussichten ist. Luigi, ein Professor in Mailand, kehrt nach vielen Jahren in seine Heimat zurück, um zusammen mit seinen zwei Brüdern den väterlichen Hof zu verkaufen. Dafür ist auch die Unterschrift ihres Stiefbruders Aldo von Nöten, der allerdings sehr deutlich macht, was er davon hält. Nichts. Michele der Mittlere benötigt aber dringend Geld um seine Schulden beim Lokalganoven Tonino zu bezahlen. Luigi wird mit alten Wunden und seinen Erinnerungen für den Grund seines Weggehens konfrontiert. Während der Osterprozession wird Tonino erschossen, ich sagte ja das ist der Höhepunkt. Luigi sieht sich jetzt der Aufgabe gegenüber in dem Wirrwar von Beziehungen den Mördern ausfindig zu machen, und wenn nötig seinen Brüder zu decken.

Ein äusserst spannender Film, vor herrlicher Kulisse und mit guter Musik. Was will man mehr?

Wall-E

Veröffentlicht in Filme, Gedankenschieberei mit Tags , , , , , , am Dienstag, Oktober 7, 2008 von Atanua

Ich habe mir heute mit E. den neusten Streich von Pixar angesehen und bin begeistert! Zum Inhalt werde ich hier eigentlich nicht viel verraten können, da ich ansonsten schon die ganze Geschichte erzähle. Ihr ahnt es, der Film ist inhaltlich recht einfach gestrickt,  aber er ist dennoch sehr sehenswert. Ersten sind die Animationen eine Augenweide, und das Design der Roboter ist wirklich allerliebst. EVE ist mit Abstand mein Liebling, korrekt, verspielt, etwas übermütig mit ihrer Knarre und dabei äussert zielsicher…Abgesehen davon ist ihre Lache einfach toll. Gesprochen wird kaum, da meisten wird durch Mimik alles verständlich gemacht wird. Die geht einem ganz schön ans Herz, bei einer der Schlusszenen mussten wir beide aufpassen nicht anfangen zu heulen. Ja, lacht nur…das passiert mir übrigens meistens nur bei Trickfilmen oder bei Tieren. Bei Schauspielern bin ich mir mehr bewusst, dass alles nur gespielt ist.

Verraten kann ich, dass die Menschen die Welt total vermüllt zurück lassen und fortan im All auf einem Raumschiff leben. Der Film fängt mit Landschaftsaufnahmen der neuen Welt an und zeigt Umrisse die uns bekannt vor kommen. Berge, Hügel und die Häuser von New York. Die Hügel und Berge entpuppen sich als Müll, der sich endlos auf der ganzen Welt stapelt. Mir wurde da schon ziemlich flau im Magen…kamen mir doch auch all die anderen Probleme (die ja alles irgendwie miteinander verknüpft sind) unserer Welt in den Sinn. Wir, alle meine ich, streben nach ein Lebensstandard wie wir es in den Industriestaaten erreicht haben. Nur dumm, dass sowas auf die Kosten der Artenvielfalt geht. Seien es nun Pflanzen oder Tiere. Massenaussterben gab es schon zuvor, aber nicht in diesem Ausmass resp. Geschwindigkeit.

Ungerecht aufgeteilt ist es auch das Ganze, und naive Menschen die auch Sprüche wie „Iss aus, ansonsten haben die Kinder in Afrika nichts zu essen“ sollten sich mal vorstellen wie es wäre; Alles gleich aufgeteilt. Dann hätten wir alle Hunger, wären die meiste Zeit Analphabeten und unser Trinkwasser wäre meistens das, was bei uns im Klo rumschwimmt…mehr? Hier:

Neotopia. Atlas zur gerechten Verteilung der Welt

Was einem in diesem Film auch eindrücklich vor Augen geführt wird, ist die Abhängigkeit der Tiere (also auch wir) von den Pflanzen. Sie sind Primarproduzenten der Biomasse, ohne sie würden wir alle nämlich verhungern. Chemosynthese ist zwar eine Alternative,allerdings ist der Anteil dadurch aufgebauter Biomasse verschwindend gering…Nun, da wir schlecht einfach die Hälfte von uns einfach mal umbringen können, bleibt uns nichts anderes übrig als nach Lösungen zu forschen und unser Verhalten zu ändern. Beides ist leichter gesagt als getan…wohin mit all den Müllbergen, noch sind die Plastik zersetzenden Bakterien nicht gefunden. Aber vielleicht nimmt die Natur vorher ihren Lauf, und wir werden mit einer hochansteckenden Krankheit konfrontiert. Etwas wie die spanische Grippe kann es auch heute noch geben. Natürlich sind vielerorts die Hygienebedingungen besser geworden, aber Krankheiterreger evolvieren auch…

Jedenfalls hoffe ich, dass wir irgendwie doch noch die Kurve kriegen. Manchmal wäre es interessant in die Zukunft sehen zu können… Wenn ich es mir recht überlege lieber doch nicht, sei es nun wegen der Erde allgemein oder weil mir die zwei Wörter  „meine(r) Zukunft“ den Magen umdrehen.

Kung Fu Panda

Veröffentlicht in Filme mit Tags , , , , am Sonntag, Juli 6, 2008 von Atanua

Ich war gestern mit A. seit langem wieder einmal im Kino. Angeschaut haben wir uns „Kung Fu Panda“, denn ich ertrage keine Liebesschnulzen und A. zum Glück auch nicht. „Kung Fu Panda“ ist der neuste Streich aus dem Hause DreamWorks (Shrek, Madagascar), und handelt von dem Panda Po, der mit seinem Vater einen Nudelladen betreibt und heimlich davon träumt ein ebenso grossartiger Kämpfer zu werden wie die glorreichen Fünf. Allerdings ist er so tollpatischig, dass er den Tag damit beginnt von seinem Zimmer die Treppe in die Küche runter zu purzeln…Die glorreichen Fünf, dass sind Meister Tigerin, Meister Kranich, Meister Affe, Meisterin Viper und Meister Gottesanbeterin. Meister Oogway, sozusagen Führer der glorreichen Fünf, hat dann eines Tages die Vision dass Tai Lung aus dem Gefängnis ausbrechen wird und in seiner Wut das Tal zerstören würde. Tai Lung ist ein ehemaliger Schüler von Meister Shifu, der Trainer der glorreichen Fünf, dessen Ego mit der Zeit ein bisschen zu gross wurde. Überzeugt der Beste sein war es für ihn nicht tragbar nicht als Drachenkrieger ausgewählt zu werden. Tai Lung wurde darauf hin „etwas“ sauer und landete dafür im Gefängnis.

Drachenkrieger wird, wer die heilgie Schriftrolle zu lesen bekommt. Das Wissen das dort steht verleiht unbegrenzte Macht. Auf Oogways Vision hin wird nun ein Drachenkreiger erwählt, der Tai Lung aufhalten soll. Zur Zeremonie strömt die ganze Stadt in den Tempel und so auch der Panda Po. Nach etlichen Schwierigkeiten etwas zu sehen, wird er ganz unverhofft Drachenkrieger…

Mehr zur Geschichte sage ich mal nicht, ausser das Ganze sehr vorhersehbar ist. Ausser die letzte Szene. Gefallen hat er mir aber trotzdem, was vor allem an den ganzen Gags lag. Ich fand es allerdings etwas schade, dass die Nebenfiguren, also die glorreichen Fünf, im Vergleich zu Po und Shifu als Charaktere irgendwie zu blass blieben. Animationstechnisch fallen vor allem das Intro und die Kampfszenen positiv auf. In früheren Filmen waren die Hintergründe eher zweidimensional, hier aber sind sehr liebevoll gestaltete Hallen zu finden. Besonders aufgefallen sind mir wunderbare Oberflächenstrukturen wie zum Beispiel der Glanz einer Schüssel oder das Aussehen einen Knödels. Knödel und Nudeln sind sowieso etwas sehr Wichtiges, wie wir während de Filmes gelernt haben. Gefallen hat mir auch, das besonders bei den Landschaftsszenen die Magie alter chinesischer Kunst zum Vorschein kommt. Das Budget war dennoch offensichtlich nicht das Grösste, denn die Bewohner der Stadt sehen doch alle ein bisschen zu gleich aus. Das spielt weiter keine Rolle, das Massenszenen hier eher die Ausnahme sind. Nun der Film lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall, wir haben viel gelacht.

Dokumentarfilm – Ballets russes

Veröffentlicht in Filme, Netzfundstücke, Tanz mit Tags , , , , , , , , , , , , am Donnerstag, März 6, 2008 von Atanua

Manchmal könnte ich Leute dafür abknutschen, dass sie solche Dokumentationen auf Youtube hochladen. Ansonsten hätte ich wohl nie von diesem Film gehört! Nun viele mögen sich jetzt fragen, was oder wer den die Ballets russes seien. Wie der Name und das Bild andeutet handelt es sich um eine, heute nicht mehr existierende, Ballettkompanie. Die Ballets russes sind eine der bekanntesten Companien des vergangenen Jahrhunderts. Jeder der sich irgendwie ein bisschen mit Tanz beschäftigt wird irgendwann auf diesen Namen stossen. Alles begann damit, dass 1909 der russische Impresario Sergei Diaghilew im Pariser Théâtre du Châtelet verschiedene Choreographien von Michel Fokine präsentierte. Tänzer waren unter anderem Anna Pavlova, Tamara Karsawina und Vaslav Nijinsky. 1910 gründete er dann mit Tänzern aus St.Petersburg und Moskau eine feste Kompanie, die nun regelmässig in Europa zu Gast war und schnell Weltruhm erlangte. Die Choreographien und die Bühnenbilder verschrieben sich ganz dem Symbolismus, wobei die beiden Choreographien Nijinskys ( „Le sacre du printemps“ und „L’après-midi d’un faune“) schon weit über diesen Rahmen hinaus wiesen. Sein „Le scare du printemps“ löste beim Publikum einen Skandal aus, dass bisher nur an die klassischen Bewegungen gewöhnt war. Dieses Stück wird allgemein als der Beginn der Moderne im Tanz angesehen.

Ab etwa 1914 förderte Diaghilew vermehrt die Arbeit mit bildenen Künstlern wie Pablo Picasso oder Jean Cocteau. Spätere Choreographen waren Nijinsky’s Schwester Bronislava und George Balanchine. Eine Liste der wichtigsten Choreographien bis zum Tod Diaghilews 1929 findet sich hier.

Der Film handelt allerdings von der Zeit nach dem Tod Diaghilews. Er erzählt wie die zwei verschiedenen Ballets russes entstanden und natürlich, was alles mit diesen Kompanien passierte. Was den Film so einizigartig macht sind die die Interviews mit vielen mittlerweile hochbetagten Tänzern, die übrigens den Haupteil des Films ausmachen und private Fotos und Filmaufnahmen. Der Film wurde im Jahr 2005 veröffentlicht, aber die Aufnahmen dazu sind teilweise schon älter. Einige der Tänzer sind deswegen mittlerweile verstorben, was den Film noch um einiges wichtiger macht, da er den wunderbaren Geist dieser Künstler für die Nachwelt erhält.

„Ballets russes“ bei Youtube ansehen

Offizielle Seite: www.balletsrussesmovie.com
Eintrag IMDB: „Ballets russes“
Ballerina Gallery: Auflistung mit Bildern und Kurzbiografie aller wichtigen Tänzerinnen

Der Film ist bei allen grösseren Versandhäusern erhältlich.

Von Prinzessinen, Königinnen und mordenden Barbieren

Veröffentlicht in Filme mit Tags , , , , , , am Sonntag, Januar 27, 2008 von Atanua

Da ich gestern schon gegen sechs Uhr einschlief, war ich gegen zwei Uhr morgens auch wieder hellwach und beschloss mir einige Filme anzusehen anstatt die Decke anzustarren. Ich gehe äusserst seltens ins Kino oder kaufe mir DVDs, da ich meistens eher knapp bei Kasse bin. Zum Glück gibt es aber Seiten wie 66stage.com, wo viele Filme in teilweiser beachtlicher Qualität hochgeladen werden und als Stream zur Verfügung stehen. Eine Seite mit weiteren Links zu anderen solchen Seiten ist start2enjoy.com . Wie es rechtlich aussieht weiss ich nicht, allerdings lädt man die Filme ja nicht runter. Ich habe bei den jeweiligen Filme hingeschrieben, wo man sie genau findet. Manchmal ist es nämlich eine ziemliche Sucherei.

Edit: Alle der folgenden Filme sind auch bei peekvid.com ansehbar, was für Schweizer legal ist. Da Peekvid ebenfalls nur eine Linksammlung ist, nehme ich an, dass die oben erwähnten Seiten für mich auch legal sind. Jep, ich liebe mein Land!

Ach ja, hier wimmelt es von Spoilern, also aufgepasst ;)

Enchanted

www.66stage.com > Tudou

Ich bin mit den grossäugigen, ständig singenden Prinzessinen von Disney aufgewachsen, weswegen ich mir „Enchanted“ unbedingt ansehen musste. Meine Lieblingsprinzessin ist eigentlich sowieso ein Bauernmädchen, nämlich Belle aus „Die Schöne und das Biest“. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich das Biest überhaupt nicht hässlich fand, sondern aussergewöhnlich schön. Ja, ich fand das Biest ehrlich gesagt schöner als den Prinzen…

Die Prinzessin Giselle lebt in einem kleinen Häuschen im Wald von Andalasien, singt den ganzen Tag über und bastelt gemeinsam mit ihren Tieren einen Traumprinzen aus Alltagsgegenständen. Sehnsüchtig wartet sie ansonsten auf ihren Prinzen und auf den „True love’s kiss“, denn sie auch bald bekommt. Allerdings hat die Stiefmutter des Prinzen Edward keine Lust ihre Krone herzugeben und befördert sie vor der Hochzeit durch einen magischen Brunnen direkt in an den Times Square. Völlig verzweifelt landet sie schliesslich in den Armen des Scheidungsanwalts Robert, dessen Leben sie danach gehörig auf den Kopf stellt. Prinz Edward landet auch bald in New York und macht sich auf die Suche nach seiner Angebeteten während die böse Königin ihren Gehilfen mit dem Mord an Giselle beauftragt. Natürlich mithilfe vergifteter Äpfel. Es folgt eine Geschichte mit einigem an Gesang , während der überrealistische Robert ( der seiner sechsjährigen Tochter tatsächlich ein Buch über weltberühmte Frauen wie Marie Curie zum Geburtstag schenkt!) lernen muss, dass es doch noch Wunder gibt. Schlussendlich gibt es dann doch auch ein Happy End, auch wenn anders als geplant.

„Enchanted“ ist nur teilweise eine Parodie auf die Disneyprinzessinen, weil er dafür doch zu kitschig ist. Die Story ist ziemlich vorhersehbar und hätte mich wohl schnell gelangweilt, wäre Amy Adams als Giselle nicht so überzeugend. Ansonsten hätte ich mir gewünscht, dass die böse Königin eine grössere Rolle bekommen hätte. Sie ist so herrlich egozentrisch und klopft einige der besten Sprüche im ganzen Film. Die Animationen lassen sich durchwegs sehen und ich kann den Film allen empfehlen, die keine Kitsch- oder Gesangsallergie haben.

Elizabeth – the golden Age

66stage.com > Veoh

Im Gegensatz zu vielen Filmfortsetzungen ist „Elizabeth – the golden Age“ kein müder Abklatsch und kann ohne Kenntnisse des Vorgängers genossen werden. Es zeigt die immer noch ledige Elizabeth im 26. Jahr ihrer Herrschaft. König Philip II von Spanien, hat es sich zum Ziel gesetzt die ganze Welt zum Katholizismus zu führen. Elizabeths England ist aber protestantisch und katholisch, so dass England das erste Ziel seines Krieges ist.

An Elizabeths Hof taucht der Entdecker Walter Raleigh auf, der sich in Elizabeth verliebt. Allerdings lässt sich sich nicht darauf ein, da sein Stand so etwas nicht zulässt. Um ihn dennoch warm zu halten beauftragt sie ihre engste Vertraute, Hofdame Elizabeth, kurz Bess genannt, sich um Raleigh zu kümmern. Schön fand ich wie die Nähe zwischen den beiden Elizabeths anhand der Kostüme dargestellt wurde. Beide tragen immer die gleichen Farben, Bess allerdings immer in der pastellfarbene Variante. Dummerweise verlieben sich Bess und Raleigh und erwarten bald ein gemeinsames Kind, weswegen die beiden ohne Erlaubnis der Königin heiraten. Abgesehen von diesem Frevel ist Elizabeth natürlich auch eifersüchtig auf die beiden, wobei unklar ist wessen „Verlust“ sie mehr verletzt. Die Beziehung zwischen Bess und Elizabeth wird in diesem Film wirklich sehr innig dargestellt, zu innig? Sie verbannt Bess jedenfalls vom Hof und Raleigh landet im Gefängnis.

Ansonsten entkommt sie noch einem Mordversuch, geplant von ihrer katholischen Halbschwester Mary, die zuvor Königin gewesen war. Mary bezahlt dafür in einer beeindruckenden Szene mit ihrem Kopf. Sowieso hat mich Samantha Morton als Mary sehr beeindruckt, der Fanatismus den sie versprühte, war erschreckend echt. Interessant fand ich auch, dass Elizabeth wirklich wie eine „Virgin Queen“ (einer ihrer Übernamen), dargestellt wurde. Natürlich hat sie nie geheiratet, aber es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sie keine Affären hatte. Heiraten hätte höchstwahrscheinlich einen Machtverlust bedeutet, den sie verständlicherweise nicht eingehen wollte. Ach ja, den Krieg gegen Spanien gewinnt sie Wetter bedingt auch noch. Der Film dreht sich mehr um die persönlichen Probleme der Königin als um den Krieg, was mir ganz Recht war. Cate Blanchett spielte Elizabeth wieder mal grossartig, sie scheint wirklich für diese Rolle geboren zu sein.

Wie die meisten historischen Filme nicht ganz korrekt, aber trotzdem meiner Meinung nach sehr sehenswert. Schon wegen der Musik und den Kostümen lohnt es sich.

Sweeney Todd – The Demon Barber of Fleet Street

66stage.com > DivX

Der neue Film von Tim Burton ist die Verfilmung des Broadway Musicals über Sweeney Todd, die fiktive Figur eines rachsüchtigen Barbiers. Dementsprechend viel wird in diesem Film gesungen, nur sehr wenige Passagen werden gesprochen. Sweeney Tood kehrt nach fünfzehn Jahren mit dem Segler Anthony Hope zurück, wo er früher unter den Namen Benjamin Parker lebte. Er hatte damals eine Frau und eine kleine Tochter, die er aber durch eine Intrige des Richters Turpins verloren hatte. Turpin war hinter Benjamins Frau her und sorgte dafür, dass er zu Unrecht verbannt wurde.

Parkers Frau wurde danach von Turpin vergewaltigt und vergiftete sich später. Die Tochter der Parkers, Johanna wurde allerdings von Turpin adoptiert. Das alles erfährt Sweeney von Mrs. Lovett, die ihn noch aus alten Zeiten kennt und unter seiner ehemaligen Wohnung eine Fleischpastetenbäckerei betreibt. Sweeney beschliesst sich an den Aristokraten resp. allen Menschen zu rächen und tötet alle seine Kunden, die Mrs. Lovett anschliessend zu Fleischpastete verarbeitet.

Die am Fenster sitzende Johanna wird von Anthony entdeckt, der sich darauf hin in sie verliebt. Turpin aber sieht Johanna als seinen persönlichen Besitz an und möchte sich mit ihr verheiraten, damit er sie nicht verliert. Da diese sich aber weigert, schickt er sie ins Irrenhaus, damit sie über ihre „Sünde“ nachdenken könne. Anthony versucht daraufhin sie zu befreien, was ihm auch gelingt. Mehr will ich bei diesem Film wirklich nicht verraten, aber er nimmt gegen Ende eine unerwartete, sehr tragische Wendung. Nun noch etwas zu den Schauspielern, die in dem Fall eher Sänger sind. Johnny Depp hat sicherlich nicht die Stimme eines Sängers am Broadway, aber er macht alles durch seine Schauspielerei wett. Wirklich toll, was Depp da abliefert. Helena Bonham Carter, die Frau von Burton, als Mrs. Lovett war am Anfang irgendwie ein bisschen leblos, wurde aber mit der Zeit immer wie besser.

Ein bisschen fehlbesetzt meiner Meinung nach war die Rolle von Turpin mit Alan Rickman. Er wirkte nur minimal beängstigend und von seinen pädophilen Neigungen bekam man praktisch nichts mit. Die allgemeine düstere, psychotische Stimmung des Filmes wurde von Burton perfekt eingefangen, da gibt es wirklich nichts zu meckern. Jedenfalls war Sweeney Todd der Film, der mich von allen drei am meisten begeistert hat. Düster, makaber und so traurig.