Rückschläge stinken
Heute war wirklich ein dummer Tag. Morgens stand ich auf und durfte erst mal ein Fieberbläschen entdecken. Ich liess deswegen auch die zweite Stunde der Mathvorlesung ausfallen, um in die Apotheke zu hasten. Später nahm ich das grosszügige Angebot einer Kollegin an, die mir ihren fixfertigen Gurkensalat gab. Als ich dann mit Essen, ja während der Vorlesung essen alle obwohl es wie Trinken verboten ist, fertig war, sinnierte ich über den Grud für die Trübung der Sauce nach. Yoghurt. Scheisse.
Ähnliches passierte mit am Mittag, wo ich Zimtsterne kaufte. Müde hatte ich das verdammte Eiweisspulver übersehen, was mir erst auf dem Nachhauseweg auffiel. Scheisse.
Kommen wir aber nun zum Höhepunkt dieses Tages. Ratte sezieren. Ich war etwas nervös und ein schlechtes Gewissen hatte ich auch. DerPraktikumsraum hat ungefähr siebzig Plätze alle mit Mikroskop und Binokular ausgerüstet. Die Ratten lagen schon tot in den Sezierkästen, die einen leicht weiche Bodenbeschichtung haben, damit man die Nadeln reinstecken kann. Uns allen fiel schon mal der seltsame, ekelhafte Geruch der Kästen auf. Irgendwie nach Ratte und was anderem. Zuerst wurde die Ratte äusserlich betrachtet und skizziert. Obwohl ich mich nicht gerade glücklich fühlte, packte ich das Ganze mit einer Portion Sarkasmus an. Ich legte das Rattenmännchen bevorzugt so auf die Kante des Kastens, so dass er zu todegelangweilt aussah…
Danach kreuzigten wir sie mit Nadeln, und öffneten den Bauch. Zuerst die Haut, bevor wir zu dem von einem Gewebesack umhüllten Organe vordrangen. Der Geruch wurde stärker. Die Ratten waren also der Grund! Als wir dann die Organe freilegten wickelte ich mir dann das Halstuch um den Kopf, weil ich ehrlich gesagt keine Lust hatte ständig den Brechreiz unterdrücken zu müssen. Wir schnitten dann noch den Darm weg und für heute wars das.
Highlight war sicher die weibliche Ratte einer Nachbarin, die irgendeinen Tumor oder Bauchhöhlenschwangerschaft hatte. Mein Männchen war gesund, stank aber trotzdem zum Himmel. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass die innen so ekelhaft riechen. Am Bahnhof grübelte lange darüber nach, ob ich innen drin wohl auch so stinke. Bäh. Naja wenn der Arme für mich schon sterben muss, ich durch dieses Wissen nie einem Tier helfen werde, dann sind drei Stunden Übelkeit nicht mal ansatzweise böse.
Vielleicht esse ich irgendwann mal wieder Eier, Milch geht ja eh nicht mehr…aber Fleisch? Nee!
Freitag, Oktober 12, 2007 um 17:12
ich glaube, ich könnte nicht einmal einen regenwurm sezieren.. von daher großen respekt. auch wenn ich es trotzdem traurig finde, wenn ich überlege.. wieviele (versuchs)tiere für eine einzige klasse sterben müssen, hm..
mach dir nichts draus.. ich denke jedem veganer ist es bereits passiert, das er produkte unbeabsichtigt zu sich nimmt die milch oder ei enthalten.. es ist auch wirklich verdammt schwer auf alles zu achten und auf vieles verzichten müssen. aber selbst wenn du wieder eier essen würdest, vegetarier zu sein ist auch nicht schlecht.
wünsche dir jetzt erstmal ein schönes, erholsames wochenende..
lg