Klassentreffen sind grausam…
…langeweilig, wenn die Hälfte fehlt. In meinem ehemaligen Kaff, wo ich zehn Jahre lebte und meine neun Jahre Volksschule absovieren durfte fand eine Gewerbe/ Dorfausstellung statt. Die Schule hatte zu diesem Anlass ein Klassentreffen organisiert. Soll heissen gegen fünf standen eine Menge Leute auf dem Zentrumsplatz und es wurden Schilder mit dem jeweiligen Jahrgang hochgehalten. Der Älteste war glaube ich 1972… So auch die 2004. Es war keine Überraschung, dass von den drei damaligen Klassen sich nur die Klasse der Sekundarstufe einfand ( Zum schweizerischen Schulsystem). Zumindest zurHälfte. 04 waren wir 28 Schüler und es sind nur etwa dreizehn gekommen. Grösstenteils die Jungs oder Männer, ist Ansichtssache.
Von den Frauen waren, ich und meine Schwester mitgerechnet, nur Sechs gekommen. Entweder weil sie momentan im Ausland weilen, deswegen als Opfer für rachsüchtige Sticheleien einiger (ink. mich, denn wers glaubt…ich hab auch manchmal Bock andere zu verarschen/ärgern, wobei das bei diesen Person/en sehr leicht ist…) nicht in Frage kamen, oder weil sie nun erwachsen sind, sich für was Besseres halten und folglich nicht mit den gemeinem Fussvolk Sichtkontakt aufnehmen können. Ein Subjekt leidet auch einstimmig an Grössenwahnsinn. Interessant ist auch die Berufswahl einiger, da wird eine Person, die meint nach einem Bier sei man alkoholssüchtig ( ey, Schätzchen Alkohol ist nicht Heroin…) einmal irgendeine Pädägodischesdingsda für Suchtkranke. Darf ich mich gleich anmelden, ja? Schliesslich trinke ich ja auch Bier.
So vergingen drei Stunden mit Gesprächen, zwischendurch trafen wir dann auch auf N. Mit ihr ist das irgendwie seltsam, ich mag sie ja. Eigentlich. Nur weiss ich nie so recht was sie eigentlich von mir will. Letzten August hab ich sie das letzte Mal gesehen, Silvester wollte ich ihr ne SMS schreiben, habs aber dann sein lassen. Wenn man sich vier Monate nie meldet, besteht da ein Interesse? Zugegben ich hab mich auch nicht gemeldet. Sie will mir nächste Woche mal schreiben. Mal sehen.
Schade an der ganzen Klassentreffengeschichte ist das Fehlen der Lehrer, unsere Klassenlehrer waren nirgends. Meinen Deutsch/Franz/ Geschichts/ (Pseudo)Zeichnungslehrer hätte ich gerne noch mal gesehen, dem anderen hätte ich gerne unter die Nase gerieben, dass ich das Gymnasium trotzdem geschafft hab und mein Musiklehrer hätte sich vor mir resp. meinen Springern verstecken müssen. Dank dem Kerl hab ich eine seltsames Trauma. Ich singe nie, nicht mal an Konzerten, nicht mal besoffen. Nie. Ich hatte jedes Mal so Höllenangst vor dem Vorsingen..nur dann als ich wusste, dass ich ungenügend sein konnte wurde es mir egal.
Gegen halb neun trafen wir uns dann mit A. in Bern. Ein bisschen Reden, irgendwo rumhocken. Aus gehen in Bern. Es wird kälter, bald fängt die Uni an, bald ist wieder ein Jahr rum. Einiges hat sich geändert, vieles blieb gleich und ich hoffe sehr, dass ich mich an dieses Leben gewöhne und mich nicht immer nach etwas sehne, von dem ich im Grund nicht mal weiss, was es ist.
“Si j’avais la folie de croire au bonheur, je le chercherais dans l’habitude”
Chateaubriand