Moi et les français
Meine Mutter hat soviel ich weiss etwa vier Jahre in Paris gelebt als sie Mitte Zwanzig war. Oft hat sie mir und meiner Zwillingsschwester davon erzählt ; von den verschiedenen Quartiers und ihren Bewohnern. Von den Katzen auf dem Friedhof von Montmartre, den damals dort ansässigen Künstlern und Schriftstellern, der kleinen Bar wo sie sich in den ersten Monaten manchmal einfach an das alte Klavier setzte und anfing zu spielen und von ihrer jüdischen Klavierlehrin, die in in einem KZ gezwungen wurde auf einem mit Blut besudelten Klavier zu spielen. Mein Vater spricht Französisch, obwohl er aus Vietnam stammt. Ich weiss nicht einmal wo er es eigentlich gelernt hat. Bilingue wäre ich, hätte es mein Vater nicht versäumt mir die Sprache beizubringen. Zu gestresst vom Beruf und von Natur aus ungeduldig, war er nicht der ideale Vater Lehrer.
Es ist schon lange her, ungefähr in der vierten Klasse, da packte unsere Mutter uns manchmal über Wochenende ins Auto und fuhr mit uns nach Frankreich. In den Ferien blieben wir manchmal auch länger.
Gut in Erinnerung habe ich unsere verzweifelte Suche nach einem Hotelzimmer. Gelandet sind wir schliesslich bei einer Frau, deren Haus unheimlich gross war und die sich offensichtlich von ihren Sorgen mit Putzen ablenkte. Ein Bad vollgestopft mit Pflanzen und ein Bett dessen Federn sich in meinen Rücken stachen sind mir davon am besten im Gedächtnis geblieben. Da sind noch Erinnerungsfetzen an eine Farm für Ziegenmilch, wo wir Yoghurt aus Ziegenmilch gekauft haben. Hinter einem hohen Zaun war ein prächtiger Truthahn der sich bei unserem Anblick mächtig aufplusterte, um uns zu verscheuchen. Ob er wohl auf dem Teller gelandet ist?
Lange Autofahrten durch naturbelassene Ebenen ohne nur ein Haus zu Gesicht zu bekommen. Ungewohnt für jemanden aus der Schweiz, wo nach jeder Kurve ein Dorf auftaucht und es kaum einen Quadratmeter Land gibt, der irgendwie verwildert wäre. Alte Dörfer wo das “Tabac”, so eine Art Kiosk, das einzige Geschäft ist und nur die Alten und ein paar Hunde zurück geblieben sind. Da ist auch noch die Kreuzung mit einem Wegweiser; in alle Himmelsrichtungen sah man nur das Dunkelgrün der Felder und darüber die dunkelgraue Wolkenwand. Das ganze Szenario in Millionen schwere Regentropfen gehüllt und mittendrin wir Drei. Ich kam mir in diesem Moment ungeheuer klein vor, aber dennoch beruhigte mich das Gefühl meiner Bedeutungslosigkeit in der Gegenwart der Natur schon damals.

Die Gegend unserer Reisen sah ganz ähnlich aus. Die weissen Charolaisrinder boten besonders morgens im Nebel einen wunderbaren Anblick.
In der siebten Klasse war ich dann zu ersten Mal in der Stadt, wo meiner Mutter hätte bleiben sollen, aber nicht konnte. on m’disait…dans tes rêves…J’veux être artiste…dans tes rêves…tu veux être quoi?…dans tes rêves…Ouais c’est ça…dans tes rêves
Viel hatte sich verändert und ich sah öfters wie meine Mutter wehmütig um sich blickte. An wen was sie wohl dachte? Auf dem Montmartre hat es immer noch Künstler, aber nur noch ganz “gewöhnliche” Strassenkünstler.Die Bar ist weg und der marché aux puces im Schwarzenviertel bei der Metrostation porte de clignancourt, wo auch unser Hotel war, ist in seiner alten Form nur noch schwer zu finden. Gefallen hat es mir trotzdem.
In Paris möchte ich nicht unbedingt leben, irgendwie wäre das Land dann doch zu weit weg. Ich brauche den Duft von Kuhscheisse als Landei mittlerer Sorte doch manchmal und zudem ist Strassburg eh, ich meinte Strasbourg sehr fahrradfreundlich. Und Kühe kann man per Zug rasch erreichen…

Irgendeine Strasse in Strasbourg
Oh ja, die Sekundareise in Strasbourg. In dieser Jugendherberge and der Rue Finkmatt 7 waren wir. Nicht gerade die beste Küche und ab Mitternacht kann man nicht mehr ins Haus rein. Da waren diese Deutschen die mit unserer Klasse im Europaparlament die Führung mitmachten und von uns ziemlich frech ausglacht wurden, weil sie China als”Schinaaaa” ausprachen, nämlich auch einquartiert. Lustig, war vor allem, dass auch unsere Lehrer sie nachmachten…umso amüsanter war es die dann am nächsten Morgen am Frühstückstisch zu sehen.
Ich und A. waren wie auch auf der Maturareise oft nur zu zweit und manchmal wenn wir am Abend in unserem Zimmer Nr. 218 waren, konnte ich mir nicht helfen das Päarchen gegenüber auszuspionieren. Es hatte die Wohnung auf der anderen Strassenseiten etwa auf gleicher Höhe wie unser Zimmer. Gesehen haben wir nur die Küche sowie das Wohnzimmer. Besonders ist mir die alte Stehlampe in dem gemütlichen Wohnzimmer in Erinnerung geblieben…und die leise Eifersucht auf deren gemeinsames Glück.peut-être demain la petite fleur qui va naître…vous racontera mon chagrin…c’est quand le bonheur?

Jetzt wissen wir, wo Tolkien klaute…
Eigentlich wollten wir damals unseren Französischlehrer aus der Tertia mitnehmen, aber er hat uns leider schon nach einem Jahr verlassen. Erstens weil es ihn verständlicherweise langweilte uns Französisch als Fremdsprache unterrichten. Er war unterfordert…Und da passte ihm auch die Infrastruktur nicht so, denn tatsächlich leidet unser Gymnasium Gymer nicht nur an Platzmangel, sondern auch an chronischem Beamer- und Fernsehermangel. Was ihm sonst noch alles nicht passte, neben der Arbeitsmoral einiger, durfte ich mir im zweitschönsten Zimmer unserer Schule anhören. Es ist das eigentliche Biozimmer, vollgestopft mit Pflanzen und mit einem schön gerahmten Bild von Darwin. Von oben bis unten in weisse Lacoste Klamotten gekleidet geigte er uns die Meinung. Grund dafür war, dass die Hälfte meiner Klasse mit Schwerpunktfach Wirtschaft/ Recht aufgrund einer Wirtschaftsprobe schwänzte. Dieses Zimmer war seiner Meinung nach bisher das Schönste und es hätte wenigstens ein paar Pflänzchen und ein funktionierenden Beamer. Ausserdem fand er es unmöglich, dass manche barfuss in die Schule kamen. Franzosen, oder französischsprechende Schweizer scheinen eine Aversion gegen nackte Füsse zu haben. Durfte ich auch auf der Maturreise erleben…
Habe nun herausgefunden wo er mittlerweile unterrichtet. Ein ganz neues Gymnasium, irgendwo im Welschland, hinter dem Röstigraben, voll mit Computern und mit einer Architektur, die zumindest für mich nur ungemütlich ist. Tatsache ist, dass wir im Besitz von mehr Pflanzen sind als die. Definitiv. Ein Park mit einem alten Brunnen und im Sommer immer Geranien vor den Fenstern. Unser Gymer ist gemütlich und hat , ganz wichtig, Charme. Aber nicht die französische Disziplin. Französische Jugendliche sind, wie ich herausgefunden habe, im Unterricht ziemlich ruhig. Meistens wird frontal unterrichtet und deswegen sind sie etwas unselbständig.
Ob unser Gymer, wie von meinen Lehrer and der Sekundarschule behauptet, eine schlechte Schulbildung vermittelt, werden wir spätestens an der Matur wissen. Zuvor aber wird diesen Montag von der Uni Zürich eine Evalution an ausgewählten Gymnasien und Klassen durchgeführt. Natürlich hat es uns, die Prima D getroffen. Geprüft wurde heute Mathe und Naturwissenschaftliches Verständnis, nächsten Mittwoch kommt noch Biologie und Deutsch hinzu. Ich durfte schon letzten Samstag bei der Numerus Clausus Vorbereitung ähnliche elende Aufgaben lösen und dementsprechend war ich genervt. Zudem sind Multiple Choice Aufgaben in Mathe wirklich lustig, wenn man die Hälfte der Themen nie bearbeitet hat.
Und wieso dieses frankreichlastige Gestuss meinerseits? Weil ich letzten Dienstag die Franzprobe, die in gleicher Form an der Matur auftachen wird, total in den Sand gesetzt habe. Ähnliches gilft für den Franztest vom Freitag.
Ob ich mich bei Franzosen wohl fühlen würde weiss ich nicht. Falls ich mal auswandere, müsste es schon ein Land sein, wo die Leute nicht als verschlossen gelten. Bin ja gar schüchtern.
So und jetzt muss ich Biologie lernen.
Dienstag, Mai 1, 2007 um 03:01
ne, die einträge müssten noch drauf sein. myblog.de spinnt in letzter zeit wieder etwas.. versetzt einen immer auf irgendein datum, hm.. naja, funktionieren tut es meist durch öfterem neu laden.. oder aktualisieren, aber ist schon blöd, sry..
die zeichnungen.. ja, die existieren leider immer noch.. aber vermutlich nur deswegen, weil ich zu faul bin, die zu suchen, zu zerreissen und wegzuwerfen.. ich weiss nicht, darf.. ich dich was fragen, ähm.. hast.. du jemals das.. gefühl gehabt, ..du könntest nicht mehr zeichnen? das gefühl, das.. jeder strich hässlich ist und.. man aufgibt bevor man angefangen hat, nur um nicht daran zu verzweifeln..
ich werde die augencreme vermutlich noch einige wochen länger benutzen müssen.. da es immer noch nicht komplett verheilt ist, aber zumindest ist es etwas besser geworden.. mir selbst geht es.. naja, ich versuche mich zusammen zu reissen, hm..
es muss schön sein, in der natur aufgewachsen zu sein.. landei mittlerer sorte, sowas höre ich aber zum ersten mal ; )
ich hoffe der erste mai ist auch bei euch ein feiertag.. wenn ja, wünsche ich dir einen erholsamen tag morgen und wenn nicht.. dann sehr viel kraft.
..ach ja, wie geht es dir eigentlich?
viele liebe grüße
Montag, Juli 9, 2007 um 23:34
Hello
Very interesting information! Thanks!
G’night